Die Züge waren reserviert, das Kollektivbillett gekauft, den Starterkaffee nach der Zugsfahrt organisiert, Hotels und Nachtessen reserviert, kurzfristige Abmeldung einer Person vorgenommen, Rucksack gepackt, Landkarten nicht vergessen, ein Quiz vorbereitet um die Berichtschreiberin auszuwählen,......................

dr-ausflug 2014Ziemlich entspannt, mit Vorfreude auf die kommenden zwei Tage, spazierte ich um 7Uhr über die Bahnhofspasserelle zum Treffpunkt. Praktisch alle Teilnehmerinnen waren schon da. Ich begann gleich die Kontrollmarken zu verteilen. Ich hatte eine ½Tax-Karte zu wenig! Kann doch nicht sein! Des Rätsels Lösung, Silvia hatte zwei Karten bekommen, weil diese zusammen klebten. Ist das nicht Heidi, die dort rumsteht? fragte eine Teilnehmerin. Es war Heidi, mit Rucksack und Wanderschuhen, die uns alle begrüsste und freudig verkündete, dass sie auch mitfahren werde. Habe ich was übersehen? Sie war nicht auf meiner Liste. War sie auch nicht, denn Sie hätte sich erst vorgestern entschlossen mitzufahren und nun Billett und Hotel für sich organisiert.

Der fünftletzte Wagen im Zug nach Chur war für uns reserviert. Nun hatten wir genug Zeit zum Plaudern, und für mein Quiz. Ich dachte ich stelle ein paar Fragen über den Rhein, da wir in der Rheinschlucht wandern werden und alle mehr oder weniger in Basel wohnen. Ich wollte wissen, welche Länge der Rhein hat bis zur Mündung ins Meer, durch welche 6 Staaten er fliesst und wo er entspringt. Das kam nicht bei Allen gut an, denn Geographie ist nicht Jederfrau's Lieblingsfach. Wir liessen diese Entscheidung, wer nun den Bericht schreibt, beiseite und genossen die Zugsfahrt. Unser Zug hatte Verspätung, die RhB in Chur hat aber auf uns gewartet.

Die Wandertruppe, noch elf Teilnehmerinnen, folgten weiterhin dem schönen Vorderrhein-Wanderweg mit vielen schönen Einblicken in die Schlucht. Vor Castrisch führte der Weg über ein offenes Feld, dann an der kleinen RhB-Station vorbei und wieder zurück ans Rheinufer. Wieder mal genossen wir den Ausblick.“ Es fehlen doch drei Kolleginnen“? stellte ich fest. Ich lief zurück und sah gerade noch, wie die Drei in die entgegengesetzte Richtung wanderten. Sie hätten uns nicht mehr gesehen und gedacht, dass sie nun schon zu weit gegangen seien und liefen wieder zurück. Wieder vereint, nahmen wir die letzte Etappe unter die Sohlen. Kurz vor Ilanz begegneten wir einer Dame mit einem Hund, die mich ansprach, ob wir die Gruppe aus Basel seien, die bei Ihnen übernachten werden. Die Ersten seien bei Ihr schon einquartiert. Da war ich froh, dass die „Bahntruppe“ auch schon das Hotel gefunden hatte. Doch was ist da hinten passiert? Ich entschuldigte mich bei Frau Müller, dass ich sie so stehen liess, und eilte zu meinen Kolleginnen. Therese sass am Boden und klagte über Schmerzen im Handgelenk, denn sie sei gestürzt. Das sah nicht gut aus. Schnell kam Vally mit Dreiecktuch, elastischer Binde und ihren Einlegesohlen und Katy gab der Patientin ein Schmerzmittel. Wir stützten das Handgelenk mit den Sohlen und fixierten den ganzen Unterarm mit einer elastischen Binde. Mit dem Dreiecktuch knüpften wir eine Trageschlaufe für den dr-ausflug 2014 01Unterarm, zur Entlastung. Frau Müller bot uns an, später mit Therese ins Spital von Ilanz zu fahren. Tapfer marschierte sie noch die letzten 15 Minuten zum Hotel Glenner. Katy begleitete sie ins Spital. Da das Hotel Glenner nur vier Zimmer anbietet, mussten wir uns in zwei verscheidene Hotels aufteilen. Die Damen, die im Hotel Rätia untergebracht waren, marschierten nun ins Städtchen. Im Hotel erfuhr ich, dass auch hier schon ein paar eingecheckt hätten. Dann hat’s ja prima geklappt mit der Hotelaufteilungsliste, die ich Rosette mitgegeben hatte! Nun brauchte ich aber zuerst mal eine Pause! Zu fünft setzten wir uns auf die Terrasse und genossen unser verdientes Panachée.

Da wir unser Nachtessen im Hotel Glenner reserviert hatten mussten wir noch einen 10 Minuten Spaziergang dorthin einrechnen. Also, ab unter die Dusche! Aber wo? Unsere Etagendusche war noch eine Abstellkammer! Eine Etage höher hat’s dann geklappt. Das Hotel wurde renoviert, es war noch nicht alles fertig. Dorli und Jacky hatten dafür eine Hightech-Dusche und mussten zuerst das normale Licht dafür finden. Beleuchtung in rot und blau, blinkend oder eher schummerig, war alles möglich. Frisch geduscht, etwas ausgeruht spazierten die neun „Rätia-Bewohner“ zum Hotel Glenner. Wir wurden von den sieben Damen, die dort untergebracht waren, empfangen. Alle wollten von Katy wissen, wie es Therese geht. Sie hatte Elle und Speiche gebrochen und wurde gleich operiert. Wir freuten uns auf's Nachtessen. Drei Menus und zwei Vorspeisen hatten wir zur Auswahl . Die Portionen waren reichlich und sehr gut. Der Koch hatte bei meiner Reservation im Frühling nicht zu viel versprochen, als er sagte: „ wir kochen besser....“ Frau Müller bediente uns vorzüglich und sehr herzlich. Ich bedankte mich nochmals für die Hilfe in unserer Notsituation am Nachmittag. Nach dem Znacht fuhr Frau Müller nochmals mit Katy ins Spital um Therese's Rucksack zu bringen. In der Zwischenzeit räumten wir alles Geschirr in die Küche, um Frau Müller beim Aufräumen zu helfen. Sie hat es sehr geschätzt, als sie vom Spital zurück kam. Die „Rätia-Gäste“ und Heidi, die in einem dritten Hotel untergebracht war, spazierten ins Hotel zurück. Einige gönnten sich noch einen „Schlummertrunk“ vor dem Schlafengehen.

dr-ausflug 2014 02Nach einem in allen Hotels reichlichen Frühstück trafen wir uns beim Bahnhof. Wir schrieben noch eine Karte für Therese und Eine für Clärli. Um 9:30 Uhr fuhren 14 Damen mit dem Bus nach Laax-Flims, drei Damen besuchten zuerst Therese im Spital und kamen eine Stunde später nach. In Flims Waldhaus regnete es, sodass wir mit Regentenue zum Caumasee spazierten. Verschiedene Wege führten zum See runter, unter anderem eine Standseilbahn. Schon gab es wieder drei Gruppen: Die Bahnfahrer, die Wanderer und die Gruppe, die nochmals zur Busstation hoch spazierten, die drei Spitalbesucherinnen abzuholen. Im Restaurant am Caumasee trafen wir uns wieder um schliesslich gemeinsam zum Crestasee zu wandern. Nicht ganz alle, denn Jacky fuhr wieder nach Ilanz zurück um Ihre Ferien im Wallis fortzusetzten. Wir marschierten Richtung Conn. Die architektonisch schöne Plattform „Il Spir“ bot uns einen gewaltigen Tiefblick von gut 300 Höhenmeter in die Rheinschlucht.

Nun wanderten wir weiter durch den Wald zum Crestasee.

Einige setzten sich ins Gartenrestaurant, ein kleineres Grüppchen ans Seeufer zum picknicken. Schon bald dr-ausflug 2014 03wurden wir dort von Enten belagert, die auch ein paar Brocken von unserem Brot bekamen. Den Kaffee tranken wir dann im Restaurant. Das Essen wurde relativ spät serviert, sodass es nochmals hektisch wurde. Ich wollte rechtzeitig losmarschieren, um unseren reservierten Bus nicht zu verpassen. Doch wir kamen rechtzeitig zur Busstation und richteten uns mit Regenschirm auf eine längere Wartezeit ein.

Doch schon nach zehn Minuten hielt ein leerer Bus, viel früher als erwartet, und fuhr uns direkt nach Chur zum Bahnhof. Somit hatten wir genügend Zeit, uns im reservierten Bahnabteil gemütlich für die lange Fahrt einzurichten. Fahrpanmässig trafen wir um 18:30 in Basel ein. Es waren zwei erlebnisreiche und schöne Tage. Ich hoffe, es hat Allen gefallen, den Wanderfreaks, den Genusswanderern, den Wenigwanderern, den Teilstreckenwanderern und auch unserer Therese, deren Bruch hoffentlich baldwieder geheilt ist.

 

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